Unternehmen und Beratung im Wandel der Zeit(Auszug)
Roland Berger [1]
Nur wenige Aufgabengebiete haben so hautnah mit den aktuellen Problemen von Wirtschaft und Gesellschaft zu tun wie die der Unternehmensberatung, nur wenige Akteure wissen über die Trends in Management und Organisation ähnlich gut Bescheid wie Berater – denn sie erleben in jedem Projekt unmittelbar mit, wohin sich Unternehmen, ganze Industrien, die Technologien und Märkte bewegen. Und schließlich sind nur wenige Branchen ähnlich dynamisch wie die Unternehmensberatung selbst. Für uns, die wir dieses Business betreiben, ist es eine Aufgabe, die täglich neue Herausforderungen stellt. Für die Klienten ist es eine hochprofessionelle Dienstleistung, mit der sie sich externe Lösungskompetenz für ihre strategischen und operativen Fragen vorübergehend ins Haus holen. Voraussetzung für das Funktionieren einer solchen Arbeitsteilung sind Neutralität, Objektivität und Unabhängigkeit, aber auch Kompetenz, analytische Brillanz und innovative Kreativität der Berater – eine Vorgabe, die heute nicht nur von den Interessenvertretungen der Branche, sondern auch im Arbeitsvertrag jedes einzelnen Beraters eingefordert wird. Nur dank solcher hohen Standards, verbunden mit hervorragenden Arbeitsergebnissen, konnte die Branche in den letzten zwanzig Jahren ein Wachstum erfahren, das weltweit seinesgleichen sucht.
In jüngster Zeit hat sich dieses ungebrochene Wachstum verlangsamt, um vorübergehend zu stagnieren und sich dann wieder etwas zu erholen. Das wirft die Frage auf: Wie wird sich der Beratungsmarkt hier zu Lande künftig entwickeln? Hat die Beratung überhaupt Zukunft – und wenn ja, was sind die bestimmenden Faktoren?
